Diplomausstellung

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    Von Ecken und Kanten − über die Topografie einer Hafenstadt

    Mein Interesse ist das Beobachten urbaner Räume. Es sind Orte der Bremerhavener Häfen, an denen man vorbeischaut, weil sie nicht
    offensichtlich besonders erscheinen.Mir aber bieten sie mit ihren oft zufälligen Architekturarrangements neue Universe, die ich erforschen möchte.
    Ich lasse eigene Räume durch meine Perspektivwahl entstehen und hebe damit hervor, was ich beschreibend für den Ort und seine Atmosphäre finde.
    Portraits des Ortes entstehen.
    Das Undefinierbare, das Unsichtbare, aber doch Alltägliche fasziniert mich. Es ist wie das Einsammeln von Geschenken, die mir dieser Ort bereithält.
    Sie lassen sich jedoch erst entpacken, nachdem ich sie mit meinem Blick entschleiert habe. Ich kreise sie ein, halte sie fest und nehme sie schließlich
    in meiner Kamera mit.
    Ein naturkundlicher Sammler ist auf der Suche nach z.B. Insekten, ein Fotograf auf der Suche nach Bildern. Ein Zitat von Vilém Flusser vergleicht
    das Fotografieren mit der Geste eines pirschenden Jägers: »Betrachtet man die Bewegungen eines mit einem Fotoapparat versehenen Menschen
    (beziehungsweise eines mit einem Menschen versehenen Fotoapparates), dann gewinnt man den Eindruck eines Lauerns: Es ist die uralte pirschende
    Geste des paläolithischen Jägers in der Tundra. Nur verfolgt der Fotograf sein Wild nicht im offenen Grasland, sondern im Dickicht der Kulturobjekte,
    und seine Schleichwege sind von dieser künstlichen Taiga geformt.«

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    Das finde ich am Strand (ein Strandgut-Nachschlagewerk)

    Seit mehreren Jahren sammle ich Strand-gut an den verschiedenen Küsten der Nord- und Ostsee, teilweise auch
    an Küsten des Mittelmeers. Die Fundstücke sind überwiegend kleinere Teile, die gut in die Jackentasche passen.
    Angelehnt an naturkundliche Nachschlagewerke, entwickelte sich die Idee, meine Fundstücke in ein ähnliches Ordnungsprinzip
    zu übertragen und auch den wißenschaftlichen Sprachjargon zu übernehmen. Es gibt Formen, Farben, Eigenschaften, Materialien,
    Größen, vom Einfachen zum Komplexeren. Ich habe angefangen meine Fundstücke nach Gruppen und Familien zu sortieren und
    war erstaunt, wie gut sich das meisteohne Probleme ordnen ließ. Durch diese möglichen Ordnungen und Kategorisierungen erhält
    jedes Teil einen besonderen Stellenwert.
    Der Aspekt, daß etwas Weggeworfenes oder Verlorengegangenes durch Ordnung (wieder) an Bedeutung gewinnt, ist für mich sehr attraktiv.
    Die Dinge werden in einen neuen Kontext gesetzt, der ihnen eine andere Geschichte zur Seite stellt. Losgelöst von seinem Ursprung als
    Konsumgut wird es als Objekt neu definiert.


    Offsetdruck, Auflage 300, Größe 11 x 18 cm

    HafenOrte

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    Ich habe eine topografische Karte zu den Bremerhavener Häfen entworfen. In dieser reduziert sich die Realität von den Fotos
    auf die mir wesentlichen Zeichen. Dabei verschwinden Farben, diffuse übergänge und räumliche Bezüge. Was bleibt ist die
    subjektive Essenz der erfassten Dinge. Wie kleine archäologische Funde zeigen sich die gezeichneten Dinge, hinter deren
    Erscheinungsbildern sichvieles entdecken, aufklären und entschleiern lässt. Sie funktionieren wie Schriftzeichen,die als
    zweidimensionale Elemente etwas dreidimensionales beschreiben können.
    Die Zeichen auf dem Plan erzählen Geschichten ihres Wesens oder Gebrauchs und können durch den Betrachter auch über die
    Legende entschlüsselt werden. So besteht die Möglichkeit Rückschlüsse auf den Ort zu ziehen. Die Realität kann vom Betrachter
    aktualisiert und sichtbar gemacht werden. Ich gebe den Weg zu manipulieren, auszufüllen, selbst zu verwirklichen.
    Die Zeichen sind zwar leer und nur schwarze Striche auf weißem Papier, wie Umrisse, aber gerade dadurch bieten sie viel Raum für
    gedankliche Ausfüllung.


    Offsetdruck, Auflage 60, 9 x 18,5 cm


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